Die MTV möchte klimafreundlich in die Zukunft gehen

Es ist wichtig, sich um Klimaschutz zu bemühen. Auch die Akteure im öffentlichen Nahverkehr müssen sich in Zeiten des Klimawandels immer wieder neuen und komplexen Herausforderungen stellen. Herausforderungen, vor denen die MTV Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH (MTV) nicht scheut. Sie hat auch im Jahr 2019 weiter darauf hingearbeitet, dass man in den Buslinien der Zukunft elektrisch fährt.

Unterstützt wird dieses Ziel durch Johannes Baron. Der Verkehrsdezernent des Main-Taunus-Kreises und Aufsichtsratsvorsitzender der MTV war von Anfang an dabei: „2017 hat sich die MTV über den Betrieb und die Einsatzmöglichkeiten von Elektrobussen im Main-Taunus-Kreis beraten lassen, seither sind wir am Thema dran.“ An der Orientierungsberatung des Landes Hessen nahm auch die HLB Basis AG als beauftragtes Infrastrukturunternehmen im Main-Taunus-Kreis teil. Der öffentliche Personenverkehr funktioniert nur in Zusammenarbeit vieler beteiligter Akteure, das gilt auch für die Verwirklichung klimapolitischer Ziele im Main-Taunus-Kreis (MTK).

Im Rahmen einer „Elektrobus-Roadshow“ im Mai 2019 wurde die elektrische Zukunft der Buslinien erläutert und gezeigt. Fachexperten der Hessen Agentur und eines Ingenieurbüros für alternative Antriebe berichteten über innovative Technologien und deren Potential für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Während der Roadshow in Hofheim konnten die Besucher Elektromobilität hautnah erleben und in einem batterieelektrischen Bus sowie in einem sogenannten Brennstoffzellenbus auf Wasserstoffbasis mitfahren.

Im November 2019 war testweise ein eCitaro-Bus bei der HLB im Einsatz. Das zwölf Meter lange Fahrzeug mit seinen zwei Elektromotoren wurde an einer Ladesäule auf dem Busbetriebshof der HLB Hessenbus mbH (HLB) aufgeladen. Der Bus verkehrte zunächst nur im internen Testbetrieb, dann für einige Tage sogar im Linienbetrieb. Die Fahrgäste konnten erste Eindrücke von dem Elektrobus und dem speziellen Fahrgefühl, mit seinem ruhigen Fahrstil, gewinnen.

Auch die finanzielle Realisierung solcher Projekte gelingt nur in Kooperation. Derzeit werden 40 Prozent der Mehrkosten zum bisherigen Dieselbus durch das Land Hessen finanziert. Das Land stellt der MTV und HLB Fördermitteln für die Anschaffung von drei alternativ angetriebenen Fahrzeugen und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur zur Seite. Im Hinblick auf einen nachhaltigen ÖPNV kann das als Erfolg für die MTV gefeiert werden. Eine Inbetriebnahme ist im Jahre 2021 geplant.

Derzeit erreicht ein Elektrobus eine Reichweite von bis zu 180 Kilometern und muss dann neu geladen werden. Welche vollelektrischen Fahrzeuge zu den örtlichen Gegebenheiten des Einsatzbereiches passen, und welche Ladeinfrastruktur etabliert werden sollte, das wird geprüft. „Mit dem Einsatz der drei Fahrzeuge wollen wir testen, unter welchen Voraussetzungen vollelektrische Busse im Linienverkehr im Main-Taunus-Kreis geeignet sind“, erläutert der Geschäftsführer der MTV, Roland Schmidt. „Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt werden dann in die nächste Ausschreibung einfließen.“ Die Lieferzeiten für Elektrobusse liegen aktuell bei mindestens 12 bis 15 Monaten – ab verbindlicher Bestellung und nach technischer Abstimmung. Es ist also Geduld gefragt.

Als ein weiteres Projekt der MTV gilt die Einführung eines hochmodernen Bedarfsverkehrs (On-Demand-Mobilitätsangebot - OnDeMo) als Ergänzung des ÖPNV in der Kreisstadt Hofheim. Die Fahrzeuge sollen rein elektrisch betrieben werden und verkehren räumlich und zeitlich flexibler als die bestehenden Bedarfsverkehre. Zur Unterstützung kommen moderne digitale Systeme und Medien zum Einsatz. Der Fahrgast profitiert von spontanen Buchungen, kurzen Wartezeiten und einem geringen Planungsaufwand. Fahrtenwünsche werden unkompliziert und bequem per App gebucht. Das elektrische OnDeMo-System soll als Alternative zum Pkw etabliert werden und durch eine Reduktion der Freizeitverkehre NO2-Emissionen reduzieren.

Auch autonomes Fahren, welches automatisiertes fahrerloses Fahren bezeichnet, ist ein aktuelles Thema, das von der MTV aufgegriffen wird. Automatisiert fahrende Busse sind als Ergänzung zu den herkömmlichen Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf kurzen und wenig frequentierten Strecken gedacht. Pilotprojekte zeigen, dass sich die Technik innerhalb weniger Jahre weiterentwickelt hat und in einigen Jahren dauerhafte Lösungen zumindest in kleinem Umfang umgesetzt werden können. Für den ÖPNV verknüpft sich das automatisierte Fahren mit dem Ziel nicht nur automatisierte Taxis, Busse und Shuttles günstiger fahren zu lassen und den ländlichen Raum besser erschließen zu können, sondern auch eine voll elektrische, CO2 -freie, leise, sichere, effiziente und perspektivische Lösung zu bieten.

Die MTV arbeitet in der Zwischenzeit weiter an den nächsten Schritten. Von der klimafreundlichen und elektrischen Zukunft des ÖPNVs profitieren nicht nur die Fahrgäste, denn eine saubere Luft und mehr Klimaschutz in der Region ist gut für alle im MTK.