Nachhaltigkeit
(Teil-)Elektrifizierung der Busflotte
Das Land Hessen hat sich im Dezember 2015 in Paris auf Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 verpflichtet und Zwischenziele bis 2020 und 2025 festgelegt: Bis 2020 werden die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 30 Prozent und bis zum Jahr 2025 um 40 Prozent reduziert. Hierzu müssen alle Beteiligten einen deutlichen Beitrag leisten.
Auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) muss nachhaltiger werden. Die EU hat bereits 2007 Emissionsgrenzwerte für PKW, LKW und Busse festgeschrieben. Diese werden im MTK durch detaillierte Vorgaben in den Ausschreibungen der MTV umgesetzt. Die aktuell 95 eingesetzten Busse entsprechen – je nach Bustyp – überwiegend dem Emissionsstandard EURO VI (zu einem geringeren Teil EURO V und EEV, einige wenige Busse, die aufgrund ihrer Lebensdauer demnächst ersetzt werden, erfüllen noch EURO IV).
Die Anforderungen an die Busflotte werden durch gesetzliche Vorgaben weiter konkretisiert. Die europäische Richtlinie (EU) 2019/1161 bzw. die Clean Vehicles Directive (CVD) wurde in Deutschland mit dem Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz (SaubFahrzeugBeschG) umgesetzt. Seit Juni 2021 sind damit bei der Beschaffung von Bussen für den kommunalen ÖPNV die CVD-Quoten einzuhalten. Öffentliche Aufgabenträger haben bei Vergabe von Aufträgen im Zeitraum bis Ende 2025 vertraglich sicherzustellen, dass mindestens 45% der Busse „saubere“ Fahrzeuge sind (davon 50% emissionsfrei); bei Vergaben ab Anfang 2026 ist eine Quote von 65% einzuhalten (davon 50% emissionsfrei).
Nach gründlicher Sondierung und Beratung hat der Aufsichtsrat der MTV am 29. September 2022 beschlossen, dass die Erfüllung der Quoten nicht nur zum Teil, sondern komplett durch Elektrobusse erfolgen soll. Im MTK wird demnach nicht auf Wasserstoff, Erdgas oder Biokraftstoffe, sondern auf den Einsatz von E-Bussen gesetzt. Drei E-Busse sind bereits seit Oktober 2021 im Rahmen eines Pilotprojekts im Linienbündel MTK-Süd im Einsatz. Deren Beschaffung durch HLB Hessenbus GmbH wurde durch das Land Hessen sowie die MTV finanziell mit erheblichen Mitteln unterstützt. Die in der Praxis gesammelten Erfahrungen sind in vieler Hinsicht aufschlussreich und wertvoll. Insbesondere zeigte sich, dass die Umstellung der Antriebe nur die eine Seite der Elektrifizierung ist.
Von herausragender Bedeutung ist andererseits die Einrichtung einer entsprechenden Ladeinfrastruktur mit ausreichend Ladepunkten, einer hohen Wattleistung und der entsprechenden Trafostation. Für die E-Busse im Linienbündel MTK-Süd wurde die Ladeinfrastruktur im vorhandenen Betriebshof der HLB aufgebaut. Nun stellt sich die zentrale Aufgabe, wie auch für die anderen beiden Linienbündel die erforderliche Ladeinfrastruktur gesichert werden kann. Die Lösung könnte darin bestehen, dass die MTV selbst einen oder mehrere Betriebshöfe vorhält und diese den künftigen Betreibern zur Verfügung stellt („beistellt“). Aktuell wird diese Option eingehend sondiert, u.a. wird bereits nach geeignetem Gelände gesucht.
Nachhaltige Mobilität beschränkt sich jedoch nicht auf die Elektrifizierung der Busflotte. Die MTV steht vor der Aufgabe, eine die einzelnen Verkehrsträger übergreifende Mobilität zu entwickeln und gemeinsam zu gestalten. Die MTV zielt mit innovativen Projekten darauf ab, die Intermodalität zu fördern und den Anteil des ÖPNV am Modalsplit zu steigern. Hierzu trägt der öffentliche Verleih von Elektrofahrrädern bei, den die MTV initiiert hat, oder auch die Unterstützung der Kommunen im MTK bei deren Aktionen zur Nahmobilität. Aktuelles Beispiel ist ein Projekt zur Umsetzung von Elektromobilität im Rahmen von On-Demand-Verkehren in Hofheim und Eppstein.

